Donnerstag, 5. Februar 2015

Ibn Rushd : Fasl al-maqal






Maßgebliche Abhandlung: Fasl al-maqal

Gebundene Ausgabe – von Frank Griffel (Herausgeber, Übersetzer), Ibn Rushd (Autor)

Frank Griffel, seit 2008 ordentlicher Professor für Islamwissenschaften am Department of Religious Studies der Yale University, New Haven. Forschungsschwerpunkte: islamische Theologie und arabische Philosophie. Letzte Veröffentlichung: Al-Ghazali’s Philosophical Theology (New York 2009)


Der arabische Philosoph, Richter und Arzt Ibn Rushd (lateinisch Averroes, 1126-1198) aus al-Andalus verfaßte eine Vielzahl von philosophischen Schriften, vor allem Kommentare zu den Werken des Aristoteles, durch deren lateinische Übersetzungen er ab der Mitte des 13. Jahrhunderts auch in Europa zu der Aristoteles-Autorität schlechthin wurde.
Die Kirche sah sich daraufhin  im 13. Jahrhundert gezwungen, die sogenannten „Averroisten“, die Ibn Rushds Aristoteleskommentar rezipierten, zu verurteilen, weil ihrer Meinung nach die Lehren Aristoteles' kirchlichen Dogmen widersprachen.
In seiner Maßgeblichen Abhandlung (Fasl al-maqal) streitet Ibn Rushd für eine Vereinbarkeit von Philosophie und Offenbarung, argumentiert aber, daß die philosophische Wahrheit nur von einer geistigen Elite verstanden werden könne, während die Offenbarung auch für die Masse der Menschen bestimmt sei.
Der einfache Gläubige wird durch die Offenbarung zu tugendhaftem Handeln angeregt, der Philosoph aber gelangt mittels apodiktischer Beweise zu wahrhaftigem Wissen über Gott.
Ibn Rushds Maßgebliche Abhandlung, eine Antwort in der Form eines Rechtsgutachtens (fatwa) auf al-Ghazalis Polemik gegen die Philosophen, wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in der arabischen Welt sowohl von islamistischen als auch von säkularistischen Kreisen stark rezipiert, da man glaubt, mit ihr eine Reform der arabischen Welt sowohl mit dem Islam als auch gegen ihn begründen zu können.
Frank Griffels Übersetzung berücksichtigt die Varianten der erhaltenen Handschriften. In seinem ausführlichen Kommentar erklärt er den Text aus seiner Zeit, zeigt die Bezüge zu den Philosophiedebatten des 12. Jahrhundert auf und skizziert die neuzeitliche Text- und Rezeptionsgeschichte.

Ibn Rushd, unter dem lateinischen Namen Averroes bekannt als die Aristoteles-Autorität des Mittelalters, zeigt in seiner Maßgeblichen Abhandlung – Fasl al-maqal, daß Religionsgesetz und rationalistische Philosophie keineswegs unvereinbar sein müssen.







Freitag, 16. Januar 2015

Sammlung der Hadithe von Al-Buhari






Die Sammlung der Hadithe
Broschiert – von Dieter Ferchl (Herausgeber, Übersetzer), Al-Buhari (Autor)

Hadithe sind die "Sprüche und Taten des Propheten", die als Vorbild dienen und nahezu Gesetzescharakter haben. Die Scharia stützt sich denn auch in erster Linie auf die Hadithe und nicht auf den Koran. Es gibt sechs kanonisierte Sammlungen, und dies ist die wichtigste davon.

Besonders für Nichtmuslime, die sich neben dem Koran weiter mit den islamischen Glaubensgrundlagen beschäftigen möchten, bietet dieses Buch einen guten Einstieg.

Im Hadith bildete sich die zweitwichtigste Grundlage der Lebensordnung der Muslime, wie sich auch das menschliche Leben in seiner ganzen Breite und Vielschichtigkeit, in der Moschee und auf dem Bazar, auf dem Feld und in der Wüste, im Wohn- und Schlafzimmer, vor Gericht und in der Freizeit spiegelt. Zudem bereichern wissenschaftliche Erkenntnisse, Erinnerungen, Anekdoten und arabische Spruchweisheiten al-Buharis hochberühmte Hadithsammlung.

Sahīh al-Buchārī ist der geläufige Name einer Sammlung von Hadithen, die auf den transoxanischen Gelehrten Muḥammad ibn Ismāʿīl al-Buchārī (gest. 870) zurückgeht. Der korrekte Werktitel ist al-Dschāmiʿ as-sahīh ‚"Das umfassende Gesunde"‘. 

Das Werk steht an erster Stelle der kanonischen sechs Hadith-Sammlungen und genießt bis heute im sunnitischen Islam höchste Wertschätzung. Hinsichtlich seiner Autorität und Heiligkeit steht es hier direkt hinter dem Koran.

Al-Buchārī soll an seinem Ṣaḥīḥ sechzehn Jahre gearbeitet haben. Angeblich suchte er aus 600.000 Hadithen rund 2.800 – ohne Wiederholungen im Werk – nach den strengsten Kriterien der Traditionskritik aus, um sie als „Sahīh“ in seine Sammlung aufzunehmen.

Während das Buch bei Bucharis Zeitgenossen kein besonderes Ansehen unter den Hadith-Sammlungen genoss, wurde bald darauf im islamischen Osten sein überragender Rang anerkannt, und im 10. Jahrhundert wurde es zusammen mit dem gleichnamigen Werk von Muslim ibn al-Haddschadsch an die Spitze der sunnitischen Überlieferungen gestellt. Die Hadith-Sammlung verbreitete sich durch die von den unmittelbaren Schülern al-Buchārīs hergestellten Abschriften rasch. 







Kommentare

Al-Buchārīs Ṣaḥīḥ ist sehr häufig kommentiert worden. Zu den bekanntesten Kommentaren gehören:Iʿlām as-sunan fī šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Abū Sulaimān al-Chattābī (gest. 998)al-Kawākib ad-darārī fī šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Muḥammad Ibn-Yūsuf al-Kirmānī (gest. 1384)Fatḥ al-bārī bi-scharḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Ibn Hadschar al-ʿAsqalānī (gest. 1449)ʿUmdat al-qāri šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Badr ad-Dīn Maḥmūd Ibn Aḥmad al-ʿAinī (gest. 1451)Iršād as-sārī ilā šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Aḥmad Ibn Muḥammad al-Qasṭallānī (gest. 1517)


Studien

Johann Fück: Beiträge zur Überlieferungsgeschichte von Buḫārī's Traditionssammlung. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 92 (1938) 60–87.Ignaz Goldziher: Muhammedanische Studien. Bd. II, Halle 1890, S. 234ff, ISBN 3-487-12606-0.Rüdiger Lohlker: Der Ṣaḥīḥ von al-Buḫārī in Maghreb. Einige Bemerkungen zur Bedeutung der iǧāzāt. In: C. Gilliot und T. Nagel (Hrsg):Das Prophetenḥadīṯ. Dimensionen einer islamischen Literaturgattung. Nachrichten der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. I.Philologisch-historische Klasse. Jahrgang 2005. S. 1-63. Göttingen 2005Alphonse Mingana: An Important Manuscript of the Traditions of Bukhāri. With nine facsimile reproductions. Cambridge 1936.Vardit Tokatly: "The Aʿlam al-ḥadīth of al-Khaṭṭābī: A Commentary on al-Bukhārī’s Ṣaḥīḥ or a Polemical Treatise?" in Studia Islamica 92 (2001) 53-91.




Dienstag, 13. Januar 2015

Im Garten Isfahan





Im Garten Isfahan
Islamische Architektur vom 16. bis 18. Jahrhundert (Englisch)
Gebundene Ausgabe – von Werner Blaser  (Autor)

Mit der Eroberung durch die persische Fürstendynastie der Safawiden im Jahr 1502 begann die Blütezeit der heute iranischen Stadt Isfahan. 

Mit ihr entstand eine ganz eigene Architektur, die nach wie vor erhalten ist. Sie ist vor allem geprägt durch zweistöckige Backsteinbauten in massiver Bauweise, aufgelöst in Bogennischen. Diese fungieren im Erdgeschoss als Eingang, im Obergeschoss als Terrassen. 

Beispielhafte Bauten wie die Medresse Sultan (islamische Hochschule) und die sich daran anschließende Abassi Karawanserei (heute als Hotel genutzt) zeichnen sich bis auf ihre Stalaktitenverzierung durch schnörkellose Eleganz aus. Im Garten Isfahan präsentiert Meisterwerke persischer Architektur und Gartenbaukunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die eindrücklichen Fotos von Werner Blaser zeigen paradiesische Gartenlandschaften und faszinierende Bauten in Isfahan – der Stadt, deren Name nicht zu Unrecht mit «Perle des Ostens» übersetzt wird.












Isfahan, alternative Schreibung: Esfahan) ist die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Esfahan im Iran mit etwa 1.755.000, inklusive des Umlands 2.071.000 Einwohnern (Stand: 2007).

Die Stadt liegt im Zentraliran, rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran auf einer Seehöhe von 1500 Metern in einer Flussoase im fruchtbaren Tal des Flusses Zayandeh Rud am Rande des Zagrosgebirges.

Im Süden und Westen der Stadt erheben sich die Bachtiari-Berge, und im Norden und Osten erstreckt sich die iranische Hochebene, die in die großen Wüsten übergeht.
Esfahan nesf-e dschahan – Isfahan ist die Hälfte der Welt, sagt ein persisches Sprichwort.
Seine Glanzzeit erlebte Isfahan unter der Dynastie der Safawiden, die Isfahan 1598 zu ihrer Hauptstadt machten und durch zahlreiche Prachtbauten und Gartenanlagen verschönten.
Die Safawiden waren eine aus Ardebil stammende Fürstendynastie in Persien, die von 1501–1722 regierte und den schiitischen Islam als Staatsreligion etablierte.





Mittwoch, 7. Januar 2015

Alfarabi - Denker zwischen Orient und Okzident






Alfarabi - Denker zwischen Orient und Okzident:
Eine Einführung in seine politische Philosophie

Broschiert – von Norbert Campagna  (Autor)
Der Philosoph Alfarabi (um 870 – 950 n. Chr.) wirkte in der Blütezeit der islamischen Philosophie im 9. und 10. Jahrhundert.

Seine politische Philosophie war bestimmt von der Frage: Soll die Philosophie oder die Religion, die natürliche Vernunft oder die übernatürliche Offenbarung leitend bei der öffentlichen Organisation des Staates und der privaten Organisation des individuellen Lebens wirken?
Der griechischen Tradition verpflichtet setzte er zum philosophischen Brückenschlag zwischen Orient und Okzident an mit nachhaltigen Wirkungen auch in der abendländischen Philosophiegeschichte.

Alfarabi scheute nicht den Gegensatz zu konservativen Tendenzen der damaligen muslimischen Theologie, wenn er in politischen Fragen den Vorrang der Philosophie vor der Religion behauptete.
Letztere bringt ihm zufolge die Wahrheit immer nur in einer partikularen Form zum Ausdruck, die dem jeweiligen Volk, an das sie sich wendet, angepasst ist. Demgegenüber stellt die Philosophie die Wahrheit in ihrer universellen Form dar. Unter anderem ist es diese These des Vorrangs des Universellen vor dem Partikularen, wobei Letzteres nicht einfach ignoriert wird, die Alfarabi auch für die heutige Epoche interessant und wichtig macht.





Er beschäftigte sich mit Logik, Ethik, Politik, Mathematik, Philosophie und Musik. Er kannte unter anderen philosophische Werke vonAristoteles (nebst einigen wichtigen Kommentaren) und Platon, die ihm bereits in persischer oder arabischer Übersetzung vorlagen, und trieb auch die Übersetzung weiterer Texte voran.
Er war der Ansicht, dass die Philosophie nunmehr in der islamischen Welt ihre neue Heimat gefunden habe. Philosophische Wahrheiten hielt er für universell gültig und betrachtete die Philosophen als Propheten, die zu ihren Erkenntnissen mittels göttlicher Inspiration (arab. waḥy) gelangt seien.
Sein Kitāb al-Mūsīqā al-kabīr (Großes Buch der Musik) gilt als umfassendste Schrift der islamischen Musiktheorie und Musiksystematik. In seinen Schriften zur Musik verband er seine detaillierten Kenntnisse als ausübender Musiker und seine sachliche Präzision als Naturwissenschaftler mit der Logik der Philosophie.

Zu von ihm beschriebenen Musikinstrumenten gehören unter anderem das zitherähnliche Saiteninstrument šāh-rūd und die Langhalslaute ṭunbūr al-baghdādī.









Mittwoch, 15. Oktober 2014

Repräsentation der kaiserzeitlichen Elite Lykiens





Die lykischen Bundespriester:
Repräsentation der kaiserzeitlichen Elite Lykiens

Gebundene Ausgabe von Denise Reitzenstein (Autor)


Auf der lykischen Halbinsel im Südwesten der heutigen Türkei präsidierte in der Zeit des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. jährlich ein Bundespriester des Kaiserkultes, der Archiereus, dem lykischen Bund, einem festen Zusammenschluss lykischer Städte.
Er war auch der wichtigste Ansprechpartner der römischen Statthalter und kaiserlichen Procuratoren in der Provinz. Nach seiner Amtszeit blieb das hohe Ansehen des Bundespriesters bestehen. Die ehemaligen Archiereis, ihre Familien, Heimatstädte und andere lykische Gemeinden machten das gewonnene Prestige für repräsentative Zwecke nutzbar. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass die meisten verfügbaren Informationen zu den Bundespriestern inschriftlich überliefert sind.

Bisherige Untersuchungen haben diese Wandlungsprozesse von der hellenistischen Zeit bis in das 3. Jahhrundert n. Chr. nicht berücksichtigt. Sie beschränken sich fast ausschließlich auf eine Analyse von Einzelfragen, etwa nach dem Verhältnis der kaiserzeitlichen Titel Archiereus und Lykiarch zueinander oder nach den Beziehungen einzelner Bundespriesterfamilien. Die vorliegende Studie geht daher diachron der inschriflichen Repräsentation des obersten Bundesamtes nach. Sie untersucht jedoch nicht nur seine historische Entwicklung, sondern setzt auch die Überlieferung in Beziehung zu den relevanten Akteuren der Kaiserzeit, d.h. Familie, Stadt, Statthalter und Kaiser.

Der systematische Teil wird ergänzt durch einen Abschnitt zu den unterschiedlichen Kompetenzen des amtierenden Bundespriesters, aber auch seines weiblichen Pendants, der Archiereia.
Darüber hinaus werden weitere Funktionen der Archiereis und ihre Bedeutung im Repräsentationsverhalten untersucht. Erstmals liegt damit ein systematischer Katalog der lykischen Bundespriester vor.

Die Ergebnisse der Arbeit liefern ein umfangreiches Bild der hellenistisch-kaiserzeitlichen Elite Lykiens, der gesellschaftlichen und politischen Eigenarten gegenüber anderen Regionen des römischen Reiches, aber auch der Integrationsfähigkeit der lykischen in die kaiserzeitliche Gesellschaft. Die Studie trägt damit zu einem besseren Verständnis der griechisch-römischen Sozialgeschichte bei.





Siehe auch:
http://naherosten-middleeast.blogspot.co.at/2014/10/arykanda.html


Arykanda


Die Ruinen der antiken Stadt Arykanda liegen ca. 35 km landeinwärts von der Küstenstadt Finike entfernt. Biegen Sie in Finike von der Küstenstraße D400, Richtung Elmalı, auf die Nationalstraße D635 ab. Die Straße ist seit 2006 / 2007 hervorragend ausgebaut. 

Am nördlichen Ende des Dorfes Arif, an einem kleinen Wasserfall,  führt rechts im spitzen Winkel die ca. 1,5 km lange Zufahrtsstraße zu den Bergterrassen der Ruinenstadt. Die Straße ist mit einem normalen PKW gut zu befahren.



Das Ruinenfeld ist eingebettet in die atemberaubende Bergwelt des Taurusgebirges. Die Stadt liegt auf kleinen Plateaus inmitten eines Steilhanges. Das Massiv des Şahinkaya schützt die Stadt von der Bergseite. Wegen dieser einzigartigen Lage war die Stadt bereits in der Antike berühmt. Auch heute, weit über 2000 Jahre später, lohnt die Besichtigung der Ruinen von Arykander schon allein wegen der herrlichen Aussicht.



























Die Stadt wurde vermutlich bereits im 6. Jh. v. Chr. gegründet. Münzfunde aus dem 5. Jh. v. Chr. belegen eine lange Stadtgeschichte, jedoch taucht der Name der Stadt erst in schriftlicher Form im 2. Jh. v. Chr. als Mitglied des Lykischen Bundes auf. Wie Limyra gehörte Arykanda ab 43 n. Chr. zur römischen Provinz Lycia et Pamphilia. Aus der römischen Epoche stammen auch die Meisten der heute noch erhaltenen Bauwerke. Es ist überliefert, dass die Arykander einen denkbar schlechten Ruf hatten. Sie galten als vergnügungs- und verschwendungssüchtig und waren in der Mehrzahl hoch verschuldet.
Das Christentum fand früh Anhänger in der Stadt, diese blieben aber auch vor der Christenverfolgung im 3. Jh. nicht verschont.  In byzantinischer Zeit wurde Arykanda Bischofssitz. Die Stadt blieb bis zum 11. Jahrhundert besiedelt. Warum die Stadt dann letztendlich aufgegeben wurde ist nicht überliefert.




Auf der höchsten ausgegrabenen Terrasse befindet sich das Stadion, das mit 170 m Länge deutlich kleinere Maße als die üblichen römischen Anlagen hat. Sitzplätze für die Zuschauer gibt es nur an der Bergseite des Stadions. Auf gleicher Höhe, etwa 300 m westlich des Stadions, liegen die Ruinen des Buleuterions, einer Stoa, mehrerer Geschäfte und einer Zisterne.
Unterhalb des Stadions sind die 20 Sitzreihen des gut erhaltenen Theaters im Mittelteil direkt in den Berg gehauen, und nur die Seitenflügel sind aufgebaut. Auf einer tieferen Ebene liegt das ursprünglich mit Marmor verkleidete Odeon und davor, etwas tiefer, die Agora. Auf der nächsttieferen Ebene liegt die Nekropole mit Grabstätten, die zum Teil im Stil von Tempeln errichtet sind. Das Gymnasion und die Thermen befinden sich unterhalb der Nekropole.










Samstag, 11. Oktober 2014

Der Damaszener Freund






Rafik Schami 
(* 
23. Juni 1946 in DamaskusRafīq Šāmī) ist ein syrisch-deutscher Schriftsteller und ein promovierter Chemiker. Das Pseudonym „Rafik Schami“ bedeutet Damaszener Freund oder „der aus Damaskus kommt“, der bürgerliche Name des Autors ist Suheil Fadél (‏Suhail Fāḍil).
1971 ging es nicht mehr. Rafik Schami, der damals noch Suheil Fadél hieß, hatte das Gefühl, in Syrien zu ersticken. 25 Jahre war er alt. Ein Chemiestudent, der Lehrer werden wollte, eigentlich aber Schriftsteller. Der eine Wandzeitung gegründet hatte, die später verboten wurde. Der Stücke zum Zensor trug und nicht hinnehmen wollte, dass dieser mit kalter Höflichkeit die Pointe bemängelte. Er floh nach Deutschland, und drei Jahre später wurde die latente Gefahr, die er gespürt hatte, konkret. Enge Freunde wurden verhaftet und kamen bis zu zehn Jahre ins Gefängnis. Um die Familie nicht in Gefahr zu bringen, gab er sich einen neuen Namen: Rafik Schami, Damaszener Freund. Damaskus hat er nie wiedergesehen.
In Melancholie versunken ist Rafik Schami deshalb trotzdem nicht. Manchmal, sagt er, spüre er Bitterkeit, aber keinen Hass, denn dem Hass begegnet er mit einem grundsätzlichen Misstrauen. Nein, er ist kein Trauernder, auch zum Märtyrer taugt er nicht. "Mir schmecken eine Schüssel Salat und ein Glas Wein hier in Deutschland besser als das Einheitsessen aus dem Eimer im syrischen Gefängnis", sagt er verschmitzt.
Die bestimmenden Themen von Schamis Werk sind das Leben der Migranten in Deutschland, die Darstellung der arabischen Welt damals, heute und in der Utopie, Politik und Gesellschaft sowie das Erzählen. Schami gilt als ein begnadeter Erzähler. Er trägt entsprechend der Erzähltradition seiner Heimatstadt Damaskus seine Geschichten am liebsten mündlich seinem Publikum vor. Ein wesentliches Merkmal von Schamis Stil ist seine Nähe zur oralen Tradition des arabischen Geschichtenerzählens, man kann sogar von einer Integration der arabischen und der deutschen Tradition von Erzählung sprechen.
Die meisten seiner Bücher sind Sammlungen von Geschichten, wobei die Erzählungen bewusste Anklänge an die arabischen Nächte (1001 Nacht) sind. Innerhalb einer rein narrativen Rahmenhandlung, also von Geschichtenerzählern wird eine Serie von ebenfalls mündlich vermittelten Geschichten entfaltet. Schon als Kind erzählte er seinen Freunden in den Straßen von Damaskus Geschichten und seine heutigen öffentlichen Auftritte sind weniger öffentliche Lesungen als freie Wiedererzählungen seiner Arbeiten.


Weiterführende Links :
http://www.rafik-schami.de/links.cfm






Übersetzungen 
Rafik Schamis Bücher sind bisher in 28 Sprachen erschienen: Arabisch, Baskisch, Bosnisch, Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Italienisch, Japanisch, Katalanisch, Koreanisch, Kroatisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Serbisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch und Urdu.