Sonntag, 23. Juli 2017

Der Brunnen - von Ardašir Pârse





Du bist der Brunnen, aus dem ich trinke,

um jene Kraft für uns zu schöpfen,

auf dass ich gehen kann, wo ich sonst hinke.

von Ardašir Pârse

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Sonntag, 18. Juni 2017

Spiegel der Wahrheit




Er ist ein Meer voller edler Perlen,
und doch auch von bitterem Angesicht,
ein Fluss der ausgepressten Tränen,
auf Erden sei er Gotteslicht,

Er spiegelt die Wahrheit in unser Gesicht,
der Spiegel der Wahrheit ist ein hartes Gericht,
und wer sich nicht selbst als Spiegel erblickt,
hat nie in den Spiegel der Wahrheit geblickt.

Dann bleiben edle Perlen ihm versagt,
sein Leiden ihn noch weiter plagt,
Chaos und Tränen sind ihm vorausgesagt,
und der inneren Schönheit hat er entsagt.

von Ardašir Pârse
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Mittwoch, 26. April 2017

Die heutige Situation im Nahen Osten; #3

























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Krieg und Gewalt haben den Nahen Osten in den letzten 100 Jahren geprägt.
Olivier Flumian beschreibt im dritten Teil seiner Serie das Ende des Kalten Krieges und die Vergänglichkeit der amerikanischen Vorherrschaft.
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Der Zerfall des sowjetischen Imperiums im Jahre 1991 eröffnet eine besondere Periode in der Weltgeschichte wie auch in der Geschichte der Region.
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Die „amerikanische Supermacht“ entfaltet sich, ohne auf größere Widerstände zu stoßen. Die Invasion Kuwaits durch den Irak Saddam Husseins ist die Folge.
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Siehe weiter unter:
https://neue-debatte.com/2017/02/12/die-heutige-situation-im-nahen-osten-teil-33/
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Quelle: Olivier Flumian
Neue-Debatte.com
.Olivier Flumian ist ein französischer Historiker. Sein Beitrag erschien erstmals bei dem Kooperationspartner Pressenza.
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Die heutige Situation im Nahen Osten; #2


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1990 – Spielball im Kalten Krieg (Teil 2/3) 
Olivier Flumian 

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Nach dem Zweiten Weltkrieg stehen sich Ost und West unversöhnlich gegenüber.
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Olivier Flumian veranschaulicht im zweiten Teil seiner Serie die Auswirkungen des Kalten Krieges und die Gier des Westens nach Erdöl auf den Nahen Osten.
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Die traditionelle Rivalität zwischen Frankreich und England, für die der Mittlere Orient in der Zwischenkriegszeit der Schauplatz war, wird am Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Gegnerschaft zwischen Amerika und der Sowjetunion abgelöst und prägt die Region für fast ein halbes Jahrhundert.
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Siehe weiter unter:
https://neue-debatte.com/2017/02/11/der-nahe-osten-im-kalten-krieg-teil-23/
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Quelle: Olivier Flumian
Neue-Debatte.com
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Die heutige Situation im Nahen Osten; #1


























Von einem Weltkrieg in den nächsten (Teil 1/3) 
Olivier Flumian

Was treibt die Konflikte im Nahen Osten an?
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Der französische Historiker Olivier Flumian hat die Situation in einer 3-teiligen Serie aufgearbeitet. Es ist der Schlüssel zum Verständnis einer Region, die durch die geopolitischen Gegebenheiten am Vorabend des Ersten Weltkriegs massiv beeinflusst wurde.
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Um die aktuelle Situation im Nahen Osten verstehen zu können, muss man auf die Geschichte der letzten 100 Jahre zurückschauen.
Tatsächlich erklären die geopolitischen Gegebenheiten am Vorabend des Ersten Weltkriegs zu einem Großteil die Vielfalt und die Verwicklungen der gegenwärtigen Konflikte.
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Siehe weiter unter:
https://neue-debatte.com/2017/02/10/die-heutige-situation-im-nahen-osten-von-einem-weltkrieg-in-den-naechsten-teil-13/

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Quelle: Olivier Flumian
Neue-Debatte.com
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Mittwoch, 25. Januar 2017

Länderinformation ÄTHIOPIEN




Demokratische Bundesrepublik Äthiopien
(Federal Democratic Republic of Ethiopia)
Slezak, Gabriele;
7. überarbeitete Auflage
Letzte Aktualisierung August 2009


Die über 2000 Jahre alte Geschichte und Kultur Äthiopiens
(http://liportal.inwent.org/aethiopien/geschichte-staat.html)
 ist ab dem 4. Jhd. christlich geprägt. Städte wie Axum, Lalibela und Gondar
waren nacheinander Herrschaftszentren. Ab dem 13. Jhd. bildeten sich die Feudalstrukturen des äthiopischen Kaiserreiches heraus. Die Kaiser des 19. Jhd.
betrieben eine Re-Zentralisierung, unter Menelik II (1889-1913) wurden die
Südprovinzen (Ogaden) erobert. Die Selbständigkeit konnte gegenüber Italien erhalten werden, als das angrenzende Eritrea 1890 italienische Kolonie wurde – mit
Ausnahme einer kurzen Phase (1935/36-1941) während des zweiten Weltkriegs.

1952 wurde Eritrea auf Beschluss der UNO föderiert, jedoch 1962 von Äthiopien
annektiert, was gleichzeitig den Anfangspunkt des Kampfes für dessen
Unabhängigkeit markierte und in einem bis heute andauernden
Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea resultierte.
(http://www.aussenministerium.at/view.php3?r_id=1511&LNG=de&version=)

Der letzte Kaiser, Haile Selassie, (1930-1974) entwickelte ansatzweise einen
– allerdings mit starker imperialer Zentralgewalt und Amharisierung
versehenen – modernen Staat.



Siehe weiters unter
http://www.oefse.at/fileadmin/content/Downloads/Publikationen/Laenderinfos/aethiopien09.pdf
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Plan for Accelerated  and  Sustained  Development  to  End  Poverty
  -  PASEDP  [2005-2010]

(http://www.et.undp.org/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=8)

Agricultural-Development-Led Industrialization (ADLI)
(http://webapps01.un.org/nvp/frontend!policy.action?id=124)

Ministry of Finance and Economic Development
(http://www.mofed.gov.et/)


„Development Assistance Group“
(http://www.dagethiopia.org/Pages/error.aspx?aspxerrorpath=/Pages/Pages/DagCommon.aspx)

Ethiopia Country Strategy 2008-12 - ADA
(http://www.entwicklung.at/uploads/media/Ethiopia_Country_Strategy_2008-2012_02.pdf)
 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Die Manuskripte von Timbuktu // The Manuscripts of Timbuktu





























HINTERGRUND

2012 haben jihadistische Gruppen die Macht in Nordmali übernommen. Auch in Timbuktu herrschte Terror. Wer konnte, floh in benachbarte Länder oder in den Süden Malis, so wie der Bibliothekar Abdelkader Haidara. Dem Leiter der „Mamma Haidara“-Bibliothek und zahlreichen Helfer_innen gelang es, knapp 300.000 Manuskripte aus Timbuktu zu schmuggeln. Verpackt in Blechkisten, wurden sie mit Booten, Lastwagen und Autos nach Bamako, der rund 1.000 Kilometer entfernten Hauptstadt Malis, transportiert. Islamisten hätten diese wertvollen Dokumente, wie zahlreiche antike Grabstätten, wahrscheinlich zerstört.

Die Stadt Timbuktu war im Mittelalter ein geistiges Zentrum der islamischen Wissenschaft und Kultur. Bereits im 12. Jahrhundert war Timbuktu an der nördlichen Biegung des Flusses Niger eine wichtige Handelsstadt. Ab dem fünfzehnten Jahrhundert wurde Timbuktu auch intellektuelles Zentrum der islamischen Kultur und Wissenschaft. Gelehrt_innen aus anderen Regionen zogen in die Wüstenstadt und brachten ihre eigenen Bibliotheken mit.

Die historischen Handschriften sind von unermesslichem Wert und gehören seit 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie beinhalten neben Koran-Auslegungen Texte über Staatsführung und Menschenrechte, über Astronomie, Medizin und Umwelt, Familienrecht, Wissenschaft und Kunst. In Bamako soll ein Archivgebäude entstehen, um die Manuskripte fachgerecht unterzubringen, zu katalogisieren und zu digitalisieren. Doch viele müssen zunächst restauriert werden. Mit der Digitalisierung wollen die Initiator_innen die historischen Dokumente auch der internationalen Forschungsgemeinschaft zugänglich machen. Unterstützt wird diese Arbeit vom deutschen Auswärtigen Amt, der Universität Hamburg und der Gerda Henkel Stiftung.

PODIUM

Eröffnung:
Toumani Djimé Diallo: Botschafter Malis in Berlin
Ramatoulaye Diallo: Kulturministerin, Mali

Diskussion:
Abdel Kader Haïdara: Direktor der Bibliothek ‚Mamma Haidara‘, Timbuktu

Dmitry Bondarev: Professor, Institut für Studien von Manuskriptkulturen, Universität Hamburg

Eva Brozowsky: Diplomrestauratorin, Projekt zur Rettung der Manuskripte von Timbuktu, Hamburg/Bamako

Moderation: Eva Nowotny, Präsidentin der Österreichischen Unesco-Kommission, Wien
Begrüßung: Irène Hochauer-Kpoda, VIDC

Anschließend: Besichtigung der Manuskripte und Empfang

Sprachen: Französisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: schmidjell@vidc.org

Weitere Informationen zur Veranstaltung:
http://www.vidc.org/themen/global-dialogue/2016/die-manuskripte-von-timbuktu/



Samstag, 23. Juli 2016

Sich dem unangenehmen Thema stellen




Ein Gespräch mit dem Theologen Abdel-Hakim Ourghi über Islam und Terrorismus :
„Sich dem unangenehmen Thema stellen“

https://www.herder-korrespondenz.de/heftarchiv/69-jahrgang-2015/heft-3-2015/ein-gespraech-mit-dem-theologen-abdel-hakim-ourghi-ueber-islam-und-terrorismus-sich-dem-unangenehmen-thema-stellen


Durch die Terroranschläge von Paris ist die Debatte über das Thema Religion und Gewalt, besonders mit Blick auf den Islam zusätzlich angeheizt worden. Wie können der Islam, die muslimischen Verbände und die islamische Theologie dem offensichtlichen Gewaltpotenzial dieser Religion besser begegnen? Darüber sprachen wir mit dem muslimischen Theologen Abdel-Hakim Ourghi, der den Fachbereich Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg leitet. Die Fragen stellte Stefan Orth.



Abdel-Hakim Ourghi

Abdel-Hakim Ourghi (geb. 1968) ist Leiter des Fachbereichs Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.
1991 Lizenziat in Philosophie an der Senia-Universität Oran, Algerien.
2006 Promotion in Islamwissenschaft, Universität Freiburg.
Dissertation: Die Reformbewegung in der neuzeitlichen Ibāḍīya: Leben, Werk und Wirken von Muḥammad b. Yūsuf Atfaiyaš. 1236-1332 h.q. (1821-1914), Würzburg 2008.



siehe weiters auf:
https://www.herder-korrespondenz.de/heftarchiv/69-jahrgang-2015/heft-3-2015/ein-gespraech-mit-dem-theologen-abdel-hakim-ourghi-ueber-islam-und-terrorismus-sich-dem-unangenehmen-thema-stellen

Quelle:

Herder Korrespondenz 69. Jahrgang (2015), Heft 3, S. 124-129


Montag, 22. Februar 2016

Können Ägypten und Äthiopien sich den Nil teilen?




Öl ist das Glanzprodukt des Nahen Ostens, das die gesamte Welt sucht und das den Reichtum der Region jenseits aller habgierigen Träume bringt. Aber Wasser ist die profane Ressource, die für die Menschen dort eine noch größere Rolle spielt; ohne Wasser stehen sie vor der furchtbaren Wahl ihre Heime zu verlassen oder darin umzukommen.

Diese Wahl mag übertrieben erscheinen, aber die Bedrohung ist real. Ägypten sticht heraus; es hat die größte gefährdete Bevölkerung und ist, anders als der Irak und der Jemen, das Land mit den größten existenziellen hydrologischen Problem.

siehe unter:
Können Ägypten und Äthiopien sich den Nil teilen? :: Daniel Pipes


weitere Infos:


von Daniel Pipes

Englischer Originaltext: The Middle East Runs out of Water

Übersetzung: H. Eiteneier

Der ranghohe iranische Politiker Issa Kalantari warnte vor kurzem, dass Fehler der Vergangenheit die Wasservorräte des Irans so unzureichend gemacht hat, dass bis zu 70 Prozent oder 55 Millionen der 78 Millionen Iraner gezwungen sein werden ihre Heimat zu verlassen und in unbekannte Gebiete zu ziehen.

http://de.danielpipes.org/15836/naher-osten-wasser

Mittwoch, 17. Februar 2016

Ein Überblick: Islamische Kultur und Geschichte





Islamische Kultur und Geschichte 
Ein Überblick
Peter Ortag


Fast täglich tauchen Schlagworte wie Islam oder Islamismus in den Nachrichten auf. Meist unter negativen Vorzeichen, denn in den dazugehörigen Meldungen geht es fast immer um Terror, Anschläge, Krieg, Ausschreitungen, Rückständigkeit oder Menschenrechtsverletzungen. 

Die Trennung dieser politischen Themen von religiösen Hintergründen fällt umso schwerer, da der Islam nicht zwischen weltlichen und religiösen Dingen unterscheidet. Für den Außenstehenden ist es deshalb schwer, ein differenziertes und objektives Bild vom Islam zu gewinnen.


Der Islam ist die jüngste der drei monotheistischen Weltreligion. Doch im Gegensatz zum modernen Christentum und der jüdischen Religion fordert der Islam bis heute nicht nur die geistige, sondern auch die weltliche Unterordnung.
Schon in dieser Zeit und in dieser Welt soll das Reich Gottes erschaffen werden, sollen möglichst viele Völker im „Dar al-Islam“, dem „Land des Islam“, leben. Die anderen Menschen freilich verharren noch unbefreit im „Dar al-harb“, dem „Land des Krieges“. 


Mohammed, Prophet und Stifter des Islam, trat in der tiefen Überzeugung auf, die Menschheit endlich auf den rechten Weg zu führen. Er wollte das Werk, das vor ihm Abraham, Mose und Jesus begonnen hatten, erfolgreich zu Ende bringen.


Es ist Zeit, mehr zu erfahren über diese Religion – jenseits von mehr oder weniger begründeten Ängsten, aber auch von verklärender Orient- und Multikulti-Romantik.

Die Entwicklung dieses Glaubens ist eingebettet in eine sich stark verzweigende Historie. Auf diese wird in gebotener Knappheit hingewiesen, vor allem, um aktuelle Ereignisse transparenter zu machen.
Ziel ist es, durch Wissen mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Islam zu erreichen. Und neuen Mut zu machen, vorurteilsfrei und offen mit den Trägern dieser Religion umzugehen.

Peter Ortag
 


siehe weiters auch auf
http://www.politische-bildung-brandenburg.de/sites/default/files/downloads/islamische_kultur.pdf

Donnerstag, 11. Februar 2016

Eine Reise durch das alte Syrien





Das Raunen und Tuscheln der Wüste:
Eine Reise durch das alte Syrien

Gebundene Ausgabe – von Susanne Gretter (Herausgeber), Gertrude Bell (Autor), Ebba D. Drolshagen (Übersetzer)
Gertrude Bell, geboren 1868 in Washington bei Newcastle, war Historikerin, Archäologin, Sprachwissenschaftlerin, Übersetzerin, Politikerin und Spionin – und eine großartige Schriftstellerin. Als Tochter des Stahlmagnaten und liberalen Politikers Thomas Hugh Bell in eine der reichsten britischen Familien geboren, schloss sie 19-jährig in Oxford ihr Studium der Neueren Geschichte ab: mit Bravour, aber ohne Titel – der stand in England bis 1920 Frauen nicht zu. 

Sie lernte Arabisch, Persisch und Türkisch und begann ab 1892 den Orient zu bereisen. Von 1915 bis 1925 hatte die „Königin der Wüste“ als Beraterin von Winston Churchill eine Schlüsselrolle in der Neuordnung des gesamten Nahen Ostens inne. Über ihre Reisen nach Persien, Syrien, Ira und Palästina schrieb sie zahlreiche und sehr erfolgreiche Bücher. Sie starb mit 58 Jahren in Bagdad.

Susanne Gretter studierte Anglistik, Romanistik und Politische
Wissenschaft in Tübingen und Berlin. Sie lebt und arbeitet als Verlagslektorin in Berlin. 

Ebba D. Drolshagen hat in Frankfurt/Main, Chicago und Oslo studiert und seither zahlreiche Romane und Sachbücher aus dem Englischen und Norwegischen u_bersetzt. Daneben ist sie Autorin mehrerer Sachbücher, darunter „Wie man sich allein auf See einen Zahn zieht“ (Corso 2015) und „Gebrauchsanweisung für Norwegen“ (Piper 2014).


Als Gertrude Bell im Januar 1905 zu einer ihrer Reisen in den Nahen Osten aufbrach, wollte sie dort vor allem byzantinische und römische Ruinen studieren. Wie sich später herausstellen sollte, traf sie damit die Vorbereitungen für ihre spätere Mission als Beraterin der englischen Regierung, bei der es um die Neuaufteilung des Nahen Ostens ging. Mit ihrer Karawane und einigen wenigen einheimischen Bediensteten drang sie in den Wüsten und Bergen Syriens, Palästinas und des Libanon in Gebiete vor, die vor ihr noch kaum ein Europäer, geschweige denn eine Frau betreten hatte. 


Selbstbewusst suchte sie den Kontakt zu Scheichs und Stammesführern, unter deren Schutz es ihr gelang, zwischen den rivalisierenden Stämmen hin und her zu reisen. Sie lauschte den Geschichten von Scharfhirten, saß mit Soldaten am Lagerfeuer, in den schwarzen Zelten der Beduinen und den Besuchszimmern der Drusen. 
Sie überschritt geographische und soziale Grenzen, setzte Konventionen außer Kraft, denn „die englischen Frauen sind sonderbar. Auf der einen Seite sind sie vermutlich die größten Sklavinnen der Konventionalität. Wenn sie aber einmal damit gebrochen haben, dann richtig, als wollten sie sich rächen.“
 – So stand es 1907 in einer Rezension dieses Buches in der New York Times.






Gertrude Margaret Lowthian Bell 
(* 14. Juli 1868 in Washington Hall, County Durham; † 12. Juli 1926 in Bagdad) war eine britische Forschungsreisende, Historikerin, Schriftstellerin, Archäologin, Alpinistin, politische Beraterin und Angehörige des Secret Intelligence Service im Ersten Weltkrieg.
Aufgrund ihrer auf einer Reihe von Reisen gewonnenen Kenntnisse des Nahen Ostens spielte sie ebenso wie der als Lawrence von Arabien bekannt gewordene Thomas Edward Lawrence während des Ersten Weltkriegs und danach eine große Rolle in der politischen Neuordnung dieser Region.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrude_Bell



Mittwoch, 10. Februar 2016

Interessante Stellungsnahme zum Wahhabismus


Die meisten Anhänger des Wahhabismus täuschen vor, dass sie Sunniten sind und das gleiche wie diese glauben.

Aber die Sekte der Wahhabiten vertritt Ansichten, die dem Glauben der Sunniten widersprechen. Die sunnitischen Gelehrten haben, seitdem diese abwegige Sekte gegründet wurde, Bücher gegen deren Ansichten geschrieben.
Der erste Kritiker der abweichlerischen Neuerungen von Mohammad Ibn Abd al Wahhab (1703 – 1792) , dem Begründer des Wahhabismus, ist sein eigener Bruder Scheich Solaiman Abd al Wahhab gewesen.


Zwischen den beiden Brüdern wurde ein Gespräch geführt. Und zwar fragte Solaiman seinen Bruder Mohammad : „Mohammad“ Wieviel Säulen hat der Islam?“ Der antwortete : Fünf „

Solaiman sagte: Du hast aber gesagt, dass der Islam 6 Säulen hätte. Die sechste Säule, die du hinzugefügt hast lautet: Jeder, der dir nicht folgt ist kein Muslim. Dieses Prinzip ist nach deiner Ansicht die sechste Säule des Islams!“

Wir sehen an diesem Gespräch zwischen den beiden Brüdern, dass der wichtigste und fanatischste Aspekt an der Meinung von Mohammad Ibn Abd al Wahhab in seiner Behauptung besteht, dass jeder der ihm nicht folgt, kein Muslim ist.

Diese falsche Ansicht hat den Muslimen die größten Schäden bereitet und die engstirnigen Wahhabiten haben aufgrund dieser falschen Anschauung schon zahllose Muslime gewaltsam angegriffen und umgebracht. Sowohl Sunniten als auch Schiiten wurden ihre Opfer.

(Sandokan)


Siehe den kompletten Artikel unter:
https://plus.google.com/u/0/106704940069455974344/posts/Ef8J3gbTmXK?cfem=1

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Literatur von und über 
Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb  im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=119152169



Erklärung der Kalimah des Tauhid
(Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive) (PDF; 139 kB)
https://web.archive.org/web/20070928190825/http://www.al-islaam.de/pdf/erklaerung_kalimah.pdf




Montag, 1. Februar 2016

Die Dynastie der Safawiden





Die Dynastie der Safawiden und die Verstaatlichung der Zwölferschia im persischen Reich
Taschenbuch – von Marcel Jökale  (Autor)


Die Safawiden (persisch Ṣafawīyānaserbaidschanisch: Səfəvilər) waren eine aus Ardabil stammende Fürstendynastie in Persien, die von 1501–1722 regierte und den schiitischen Islam als Staatsreligion etablierte.

Die Epoche der Safawiden hatte fundamentale Folgen für das heutige islamische Staatswesen. Unter Ismail I. gelang nicht nur ein Zusammenschluss mehrheitlich iranisch bevölkerter Gebiete und Landstriche, sondern es wurde auch der Keim zu einem persischen „Nationalbewusstsein“ gelegt und damit die Grundlage für den heutigen iranischen Staat geschaffen.
Die Safawiden bekehrten große Bevölkerungsteile mit Gewalt zu einem gemäßigten Schiismus, der sich von den in den Nachbarstaaten herrschenden Sunniten abgrenzte.

Die Safawiden standen in einem fortwährenden Konflikt mit dem Osmanischen Reich im Westen. Im Nordosten bestanden Konflikte mit den Usbeken der Dschaniden-Dynastie. Intensive Streitigkeiten wurden zeitgleich im Osten um das heutige Afghanistan ausgefochten. Widersacher waren hier die einflussreichen indischen Großmoguln. Die Auseinandersetzungen erforderten zunehmend eine artikulierte innere Stärke des persischen Bewusstseins.



Dienstag, 5. Januar 2016

Islam und Moderne





Islam und Moderne
Ein Abriss ueber die innermuslimische Diskussion im 20. Jahrhundert

Taschenbuch – von Suzan Stutz (Autor)

In diesem Buch wird das Verhältnis zwischen dem Islam und der Moderne, insbesondere aus der muslimischen Perspektive, behandelt. Ausgangspunkt hierfür ist die, vor allem im Westen, weit verbreitete Annahme, der Islam habe den Anschluss an die Moderne verpasst, welche auch als Erklärung für die Rückständigkeit in der muslimischen Welt dient. So soll das muslimische Denken beleuchtet werden, wobei Themen wie Demokratie, Modernisierung, Säkularisierung im Fokus stehen.Der Abriss des innermuslimischen Diskurses über das Thema Islam und Moderne kann dazu dienen, die in der westlichen Wissenschaftslandschaft dominierende Haltung, wonach der Islam mit seinen dogmatischen Zügen nicht mit der Moderne zu vereinbaren sei, zu hinterfragen und neu zu bewerten.
In der Arbeit wird deutlich, wie auch die muslimischen Denker versuchten den Islam in die modernen Zeiten zu integrieren ohne dass sie eine antimodernistische Haltung einnahmen, sondern aus ihrer Weltanschauung und ihren vorhandenen Denkmustern heraus versuchten, dem Islam und somit auch den Muslimen ihren Platz in der modernen Welt aufzuzeigen. Sie waren davon überzeugt, dass der Islam ein großes Potential in sich trägt, um an der sich immer stärker globalisierenden Welt zu partizipieren.

Die Arbeit ist in vier größere Kapitel eingeteilt: 

- Das erste gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der muslimischen Welt im 20. Jahrhundert. Während die wichtigsten Ereignisse, Zäsuren und Umbrüche nur skizziert werden, stehen die kolonialen Interessen, die Folgen der beiden Weltkriege und die dekolonisierenden Bestrebungen im Vordergrund der Betrachtung.


- Das nächste Kapitel umreißt das Konstrukt „Moderne als Projekt“ aus westlicher Perspektive. So werden die Begriffe Moderne und Modernisierung näher beleuchtet und die wichtigsten Modernisierungstheorien erwähnt, des Weiteren wird kurz auf das Verhältnis des Islam zur Moderne in der westlichen Bewertung eingegangen.


- In Kapitel drei wird die Beziehung des Islam zur Moderne im muslimischen Denken erörtert. Die dabei angeführten Monographien und Gesamtdarstellungen aus dem türkischsprachigen Raum beschäftigen sich intensiv mit den Auswirkungen der Moderne auf die muslimische Welt und im Speziellen auf das muslimische Denken.


- Das letzte Kapitel stellt einen Vergleich der Ansichten zweier bedeutender muslimischer Denker bzw. Gelehrter zu dem Themenkomplex „Der Islam in der Moderne“ dar. Es steht hierbei die Frage im Vordergrund, wie sie der „Modernisierung ohne Entwicklung“ begegneten, die in den einzelnen muslimischen Ländern von Seiten der westlichen Mächte und ihrer Verbündeten vorangetrieben wurde. Durch diese vergleichende Werkanalyse soll auch der Frage nachgegangen werden, ob ein „kollektives Gedächtnis“ in der muslimischen Welt im krisenbeladenen 20. Jahrhundert existiert und wie es sich möglicherweise manifestiert hat.




Was erwartet den Leser? Ein Blick auf den Inhalt verrät mehr: 


Einleitung 3


1 Die Geschichte der muslimischen Welt im 20.Jahrhundert 15
1.1 Der Erste Weltkrieg 20
1.2 Der Zweite Weltkrieg 25
1.3 Nachkriegsordnung 30
1.4 Das Ende des Ost-West-Konflikts 35


2 Die Moderne als Projekt aus westlicher Sicht 39
2.1 Annäherung an den Begriff der Modernisierung 39
2.2 Modernisierungstheorien 44
2.3 Kritik und Weiterentwicklung 55
2.4 Das Verhältnis von Islam und Moderne in der westlichen Bewertung 60


3 Das Verhältnis von Islam und Moderne aus muslimischer Sicht 65
3.1 Bewertung der Situation der Muslime 65
3.2 Das islamische Recht 72
3.3 Muslimisches Denken in der Moderne 74
Historischer Abriss über das muslimische Denken 74
Grundzüge des muslimischen Denkens 83
Das muslimische Denken als Ideologie 86
3.4 Islam und Moderne 91
Intellektuelle Grundannahmen 96
Politische Aspekte 111
Soziale Prinzipien 122
Die Geschichte der Schia 126
Ali Schariati, Necip Fazıl Kisakürek und ihre Begegnung mit der Moderne 133


4.1 Ali Schariati 133
Leben, Werk und Wirken 133
Muhammad Iqbal – ein großes Vorbild Ali Schariatis153
Zivilisation 159
Modernisierung 166
Erziehung 171
Soziopolitische Strukturen 181


4.2 Necip Fazıl Kisakürek 194
Leben, Werk und Wirken 194
Said Nursi – ein großes Vorbild Necip Fazıl Kisaküreks 206
Zivilisation 212
Modernisierung 224
Erziehung 229
Soziopolitische Strukturen 235
Schlussbetrachtung 237


Literaturverzeichnis 243
1 Quellen 243
2 Lexika, Handbücher, Nachschlagewerke 247
3 Monographien, Aufsatzsammlungen, Zeitschriften 248
4 Webseiten 272
Ortsregister 275
Personenregister 279




Mittwoch, 21. Oktober 2015

Was wäre, wenn Israel verschwindet?



Das Resümee von Mudar Zahran, jordanisch-palästinensischer Politiker: Ohne Israel würden auch die Palästinenser verschwinden.
Mudar Zahran, jordanisch-palästinensischer Politiker und Generalsekretär der jordanischen Oppositionskoalition im britischen Exil sowie Schriftsteller macht sich darüber Gedanken, was passieren würde, wenn Israel tatsächlich „verschwinden“ würde.
Sein Resümee: Ohne Israel würden auch die Palästinenser verschwinden.
 

„Seit 1948 haben wir Araber gelernt, dass wir alles tun müssen, um den jüdischen Staat loszuwerden, und alles andere wird danach gut werden. Unsere Diktatoren machten vollen Gebrauch von dieser Idee. Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser sperrte alle ein und hing alle Oppositionsmitglieder auf.
 
Seine berühmte Ausrede war: “Keine Stimmen sind erlaubt, außer diejenigen, die für den Krieg mit Israel aufrufen.” Der irakische Präsident Saddam Hussein ließ neben seiner eigenen Flagge die palästinensische Fahne aushängen, und sagte selbst: “Palästina und der Irak haben die gleiche Identität. “Kurz gesagt, wir Araber haben 70 Jahre unserer Existenz aufs Eis gelegt mit der Erwartung auf diesen “herrlichen Tag”, wenn wir Israel besiegen und “die Fische mit Juden füttern” werden.
 
Aber dieser Tag ist nicht gekommen, scheint auch nicht zu kommen. Der jordanische Oppositionelle Emad Tarifi sagte mir einmal: “Es scheint, als würden die Fische im Meer nicht auf uns wetten, um mit Juden gefüttert zu werden”.
 
Es ist Zeit an die Zukunft denken
 
Darüber hinaus haben wir Araber unseren Diktatoren eine carte blanche gegeben, uns alle zu verarmen, zu terrorisieren, zu unterdrücken und zu zerstören im Namen des “großen arabischen Kampfes um das zionistische Gebilde zu beenden.” Das Ergebnis davon war klar: Während Israel allein in den letzten zwei Jahren 10 neue Durchbrüche in Krebs und Herz-Behandlungen erreichte, entwickelten wir Araber nur neue Hinrichtungsmethoden. Die neueste ist der Tod durch Ertrinken in einem Käfig, wie es in einem ISIS Video gezeigt wurde.
 
Wir Araber haben sieben Jahrzehnte unserer Existenz mit der Erwartung auf Israels Untergang verschwendet. Es ist Zeit an die Zukunft denken.
 
Als Sohn von zwei palästinensisch-jordanischen Flüchtlingen, finde ich mich geneigt, mich um die Zukunft zu fürchten. Unabhängig von meiner Haltung gegenüber Israel, gebe ich zu bedenken: Was wäre, wenn eines Tages Israel wirklich verschwände? Zwar scheint es nicht möglich, aber an diesem Tag wird sich das gesamte arabisch politische, soziale und wirtschaftliche System verdrehen.
 
Westliche Antisemiten
 
Es sind nicht nur die Araber, die Israel gerne verschwinden sehen wollen. Es gibt auch andere, die das gleiche wollen, zum Beispiel die Antisemiten im Westen. Erst letzte Woche marschierten Neonazis in London mit Hakenkreuzen und der palästinensischen Flagge zusammen. Der Veranstalter des Marsches behauptete, es wäre ein Protest “derjenigen die wegen Israel leiden mussten.” Es gibt Gruppen, die zum Boykott von Israels aufrufen, ”im Interesse des palästinensischen Volkes“. Es gibt Länder, deren gesamte Außenpolitik sich nur um den Widerstand gegen Israel zu drehen scheint.
 
Wir Palästinenser haben vielleicht geglaubt, dass diese Gruppen und Länder tatsächlich sich um uns kümmern, aber sie haben kein Interesse an dem Schicksal der 150.000 Palästinenser gezeigt, die zu Tode in Syriens Yarmouk Flüchtlingslager verhungern, noch an die 5,8 Millionen Palästinenser in Jordanien, die als Bürger zweiter Klasse leben und denen staatliche Arbeitsplätze verboten sind oder jede andere Form von staatlichen Leistungen, wobei sie trotzdem alle Steuern zahlen müssen.
 
Was würde passieren, wenn Israel verschwinden würde?
 
Wenn diese Israelhasser ihren Wunsch, Israel verschwinden sehen, erreichen würden, was würde dann passieren?
 
Erstens, Israel ist der einzige Grund weshalb der Iran noch keine Atomwaffen besitzt. Der Iran könnte die Technologie kaufen, um sie dann zu produzieren oder könnte es dann schneller lernen, so wie Pakistan es tat. Warum geht das alles beim Iran langsamer? Weil sie eine Lektion aus den Erfahrungen von Saddams Osirak-Reaktor gelernt haben, welche 1981 von israelischen Jets in Schutt und Asche gelegt wurden.
 
Damals waren alle, auch George W. Bush, Vizepräsident der Vereinigten Staaten zu dieser Zeit, sehr wütend auf Israels Handeln. Aber 10 Jahre später, als die USA für die Befreiung Kuwaits kämpfte, wäre die Situation völlig anders gewesen, wenn Saddam sein Atomprogramm noch besitzen würde - und der einzige Grund dafür, das er sie nicht mehr hat ist Israel.
 
Ferner, der Iran steuert bereits mindestens ein Drittel des Iraks samt seiner Ressourcen durch sein pro-iranisches Regime. Wenn Israel verschwinden würde, würde der Iran seinen Einfluss in Jordanien, Kuwait und Bahrain schon am nächsten Tag ausstrecken, weil sie dann keine israelische Reaktionen zu befürchten hätten. Der Iran könnte dann die Welt auf die Knie zwingen, um Öl zu bekommen.
 
Der Iran ist nicht die einzige böse Macht im Nahen Osten: Wir haben auch den Islamischen Staat, der sich jetzt in Irak, Syrien, Sinai und in Libyen ausgebreitet hat, mit klaren Ambitionen weiter nach Jordanien zu gelangen. Der Islamische Staat hat Jordanien noch nicht betreten, nicht weil sie Angst vor der jordanischen Armee haben. Denn die Firepower Webseite schätzen Jordaniens und die irakische Armeestärke, welche von ihnen mehrmals schon geschlagen wurden, gleich ein. Der Islamische Staat wagt es nicht nach Jordanien rein nur aus einem Grund - Angst, dass die israelischen Jets innerhalb 15 Minuten kommen werden.
 
Palästinenser würden in einer arabischen Diktatur enden
 
Wenn Israel verschwindet und mit einem palästinensischen Staat ersetzt wird, würden die Palästinenser wahrscheinlich am Ende mit einem anderen arabischen Diktatur enden, der sie unterdrücken und zu Armut bringen wird. Wir haben das teilweise schon bei der Palästinensischen Autonomiebehörde gesehen, seitdem sie über die “befreiten” Gebieten regiert. Ich besuche regelmäßig die Westbank und hab Dutzende Palästinenser dort interviewt. Ich kann bestätigen, dass, so sehr sie auch Israel hassen, sie geben offen zu, dass sie die Tage vermissen, als Israel in der Westbank herrschte. Wie ein Palästinenser mir sagte: “Wir beteten zu Gott uns Gnade zu geben und uns von Israel zu befreien, später fanden wir heraus, dass Gott uns Gnade gegeben hatte, als Israel hier war.”
 
Zu allen Arabern, Muslime, Europäer und andere die sich wünschen Israel vom Gesicht des Planeten zu löschen, sage ich: Wettet nicht darauf, denn Israel wird von Tag zu Tag durch seine Demokratie und Innovationen immer stärker, während die arabischen Länder durch ihre Diktatur und ihren Chaos ständig schwächer werden. Und seien Sie vorsichtig, was Sie wünschen, denn wenn Sie es dann bekommen, werden auch Sie wahrscheinlich verschwinden, es sei denn, Sie sehnen sich danach, von dem Iran oder dem Islamischer Staat regiert zu werden.
 
Kurz gesagt, wenn der Tag käme, wo Israel fällt, dann werden Jordanien, Ägypten und viele andere auch fallen, auch der Westen, denn er wird beim Iran für Öl betteln müssen. Wir können Israel so viel wie wir wollen hassen, aber wir müssen zugeben, dass ohne Israel, auch wir verschwinden werden”.



 Mudar Zahran  

Samstag, 25. Juli 2015

Al-Ajjam





Taha Hussain (1889-1973) gilt als geistiger Vater der modernen ägyptischen Literatur und als großer Aufklärer. Da Taha Hussain die Kunst des schlichten Erzählens, dem er als blinder Knabe so oft gelauscht hat, mit der anspruchsvollen Ausdrucksweise der klassischen Sprache verband, schuf er mit »Al-Ajjam« ein autobiographisches Meisterwerk, einen Klassiker der arabischen Literatur.
Als zentrales Thema seiner Arbeiten behandelte er den Austausch der Kulturen, Religionen und Völkern. Nagib Mahfuz schätzte Taha Hussain so sehr, dass er sagte, dieser habe den Nobelpreis vor ihm verdient. Und in der Tat war Taha Hussain 1949 und 1950 für den Nobelpreis nominiert – als erster arabischer Schriftsteller überhaupt!








Kindheitstage

Die »Kindheitstage« bilden den Auftakt der autobiographischen Romantrilogie des Schriftstellers und umfasst die ersten Jahre seines Lebens bis zum Abschluss seiner Schulzeit.
Als Folge einer schlechten medizinischen Behandlung wird er in frühester Kindheit blind und wächst in einem oberägyptischen Dorf als Sohn einer kinderreichen Familie auf. Hussain beschreibt seine Umwelt und die Sorgen und Nöte der Familie mit der besonderen Wahrnehmungsfähigkeit eines Blinden in sehr poetischer Sprache. 






Jugendjahre

In »Jugendjahre in Kairo« treffen wir Taha Hussain als armen Studenten der islamischen Azhar-Universität wieder. Als blinder 13-jähriger Junge kommt er aus seinem Dorf nach Kairo, wo er eine Ausbildung an der dortigen al-Azhar-Universität beginnt. Er schildert den Unterrichtsbetrieb an dieser altehrwürdigen Institution, an der besonders die traditionellen islamischen Fächer unterrichtet werden und beschreibt auch die Auseinandersetzungen, die sich zu jener Zeit zwischen der traditionalistischen Gelehrsamkeit und dem besonders vom Reformer Muhammad Abduh ausgehenden rationalistischen Einfluss abspielten. Bald drängt er über die Grenzen der religiösen Universität hinaus und beschliesst, sein Studium gleichzeitig an der neuen Ägyptischen Universität von Kairo fortzusetzen.







Weltbürger 
In »Weltbürger zwischen Kairo und Paris«, dem dritten Band von Taha Hussains berühmtem autobiographischen Roman, wird der Protagonist erwachsen: Wie aufregend und anders ist das Leben als Student an der neugegründeten Ägyptischen Universität, doch wie exotisch ist erst sein Studienaufenthalt in Paris.

Der Erste Weltkrieg und die ägyptische Revolution von 1919 wecken schließlich sein Interesse an der Politik, in die er sich von nun an massiv einmischt. Das Leben findet nun in Salons und Debattierclubs statt, es kommt zu Begegnungen mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, gleichzeitig wachsen viele Freundschaften.
All dies geschieht vor dem Hintergrund des weiterhin engen Kontakts zur weitverzweigten Familie und der Liebe zu Susanne, die seine Frau wird und die es ihm ermöglicht, am Leben der Sehenden teilzunehmen.



»Wer Taha Hussains Lebensrückblick gelesen hat, der hat eine große Menge üder die Geschichte, das Denken und Fühlen in Ägypten bzw. im Vorderen Orient gelernt – ganz abgesehen davon, dass sich die Übersetzung gut und spannend liest.«
(Ulrich Müller, Salzburger Volksblatt, 1.3.1991)

»Das Gegeneinander zwischen Alt und Neu manifestiert sich in dieser Darstellung in vielen Gegensatzpaaren, zum Beispiel zwischen der traditionsreichen Azhar und der "neumodischen" Universität von Kairo. Er fasst damit das geistige Dilemma einer großen Anzahl ägyptischer Intellektueller im zwanzigsten Jahrhundert zusammen.« 
(Hartmut Fähndrich, Neue Zürcher Zeitung, 24.9.1986)
»Taha Hussains Autobiographie ist eine Darstellung von seltener Unmittelbarkeit und Feingefühligkeit – bei allen ironischen Distanzen, mit der er der Umgebung seiner Herkunft gegenübersteht.« (Hartmut Fähndrich, Neue Zürcher Zeitung, 8.7.1985)

»Kulturelle Unterschiede zwischen Orient und Okzident verwechselt er nie mit erfundenen Gegensätzen, beide Kulturen betrachtet er vielmehr als Schöpfer ewiger Werte und einer Zivilisation, in deren harmmonischen Miteinander die Chance zu einer wahren Erneuerung liegen. «
(Jaques Naoum, Die Zeit, 8.5.1987)


»Ein Prosawerk, das Kenner moderner orientalischer Literatur für eines der besten halten, das in arabischer Sprache überhaupt geschrieben wurde.«
(Petra Kappert, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3.12.1985)