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Mittwoch, 3. September 2014

Reise zum Herrn der Macht






Reise zum Herrn der Macht: Meine Reise verlief nur in mir selbst
Taschenbuch von Muhyiddin Ibn Arabi (Autor), Franz Langmayr (Übersetzer), Wolfgang Herrmann (Übersetzer)


Muhyiuddin Muhammad Ibn Arabi gilt als einer der bekanntesten Mystiker. Er wurde auch  als "der größte Meister" [al-schaich al-akbar] bezeichnet, weil sein Einfluss auf die allgemeine Entwicklung des Sufismus sehr hoch eingeschätzt wird.

Ibn Arabi wurde am 7. August 1165 in Murcia (Spanien) geboren und entstammt einer sehr berühmten Familie. Sein Vater war ein einflussreicher Mann, zu dessen Freunden unter anderem Averroes und Abd al-Qadir al-Dschilani zählen.
Nach der Besetzung Murcias durch die Almohaden (eine muslimische Berber-Dynastie, die zwischen 1147 und 1269 über den Maghreb und al-Andalus herrschte) siedelt die Familie des damals achtjährigen Ibn Arabi nach Sevilla um. Dort studiert er den Heiligen Qur'an und Auslegung [tafsir], die Verfahrensweise [sunna], islamisches Recht [scharia], arabische Grammatik und hört Vorträge der berühmtesten Lehrer seiner Zeit.

Er wird auch von zwei geehrten Frauen erzogen, Schams Umm al-Fuqara aus Marchena und Munah Fatima bint Ibn al-Muthanna aus Cordoba. Beide sind zu diesem Zeitpunkt schon sehr alt, letztere zumindest über neunzig Jahre.
Einige Jahre später heiratet Ibn Arabi eine Frau namens Maryam bint Muhammad ibn Abdun. Diese ist eine sehr beliebte und einflussreiche Person und teilt mit ihrem Ehemann den Wunsch, sich in die Mystik zu vertiefen.

Im Jahr 590 n.d.H. (1193 n.Chr.) verlässt Ibn Arabi die iberische Halbinsel und reist nach Tunis (Tunesien). Auf dieser Reise behauptet er Chidhr begegnet zu sein und von ihm ein Chirqa, ein Gewand des Sufismus, erhalten zu haben.
Aufgrund der andauernden Kämpfe in Nordafrika entscheidet er sich noch im selben Jahr, nach Andalusien zurückzukehren. Dabei trifft er auf dem Weg nach Sevilla in der Stadt Tarifa auf al-Qalafat, um mit ihm über die Verdienste der Armut und des Reichtums zu diskutieren.
In den Jahren 591 und 593 n.d.H. bereist er Fes, wo sein Ruf ihm vorauseilt und viele Schüler anzieht. Anschließend kehrt er in seine Geburtsstadt Murcia zurück. Auf dem Weg dorthin verweilt er in Granada und besucht die Sufi-Schule von Almeria, die von Ibn al-Arif gegründet war.

598 n.d.H. unternimmt Ibn Arabi eine weite Reise in den Orient, wobei er Alexandria, Kairo und schließlich Mekka besucht. 601 n.d.H. verlässt er Mekka und geht nach Bagdad. Anschließend bereist er Ägypten und geht 604 n.d.H.erneut nach Mekka. Ibn Arabi besucht auch Konya.
Im Jahr 620 n.d.H. beschließt Ibn Arabi, sich in Damaskus niederzulassen, wo er bis zu seinem Tod am 28. Rabi-ul-Achir 638 n.d.H. (16.11.1240 n.Chr.)bleibt.

Eine kleine Auswahl seiner Werke ist:
 - "Übersetzung der Sehnsüchte" [tardschuman al-aschwaq]
 - "Die mekkanischen Offenbarungen" [al-futuhat-ul-makkiyya]
 -  "Ringsteine der göttlichen Weisheit" [fusus al-hikam] - in Deutsch erschienen als "Die Weisheit der Propheten"
 - "Der Geist der Heiligkeit, der die Seele leite" [ruh al-quds fi munakahat an-nafs]
 - "Die vollkommene Perle, die Geschichten von denjenigen erzählt, die mir auf dem Weg in die andere Welt geholfen haben" [durrat al-fakhirah fi dhikr man intafa’tu bihi fi tariq al-achirah]
 - "Der innerste Kern" [lubbul lubb] und "Buch der Antworten" [kitab al-Adschwibah] - beide Texte sind in Deutsch erschienen unter dem Titel "Der verborgene Schatz"
Zu den von ihm vertretenen Konzepten gehört auch die Einheit der Existenz [wahdat-ul-wudschud].

Meine Reise verlief nur in mir selbst 

»Ich sah dich nicht auf meinem Weg. Gibt es da noch einen anderen Pfad?« // »Ein jeder hat seinen Weg, den niemand sonst als nur er beschreitet.« // »Und wo befinden sich diese verschiedenen Wege?« //
»Sie entstehen durch das Reisen selbst.«

Zwei Texte des andalusischen Mystikers Ibn Arabi (1165–1240), des »größten Meisters«, die – in Anspielung auf die berühmte »nächtliche Reise« oder Himmelfahrt des Propheten Mohammed – die Umstände und Erfahrungen des völligen Aufgehens in Gott beschreiben.
Ibn Arabis Bearbeitung dieses Materials widerspiegelt sowohl seinen besonderen Zugang zum Koran und den Hadithen als auch die ganze Spannweite seiner metaphysisch-theologischen Lehren und seines Interesses an praktischer Spiritualität.

Im engeren Sinn eine Erläuterung von khalwa, einer Sufi-Übung zur Erlangung der Gegenwart Gottes durch absolute Aufgabe der Welt, beschreibt die Reise zum Herrn der Macht den geistigen Aufstieg durch alle Stufen der Existenz bis hin zur Göttlichen Gegenwart. Ibn Arabi ruft den, der den mystischen Weg der Sufis gehen will, dazu auf, sein Herz zu reinigen und eins zu werden mit seiner inneren Essenz.
Mit großer Klarheit und der Überzeugungskraft autobiografischer Passagen schildert Ibn Arabi die Erfahrung seiner eigenen Himmelfahrt auch im Text Meine Reise verlief nur in mir selbst, einer hier erstmals auf Deutsch vorliegenden, kommentierten Übersetzung des Kapitels 367 aus seinen umfangreichen »Futuhat al-Makkiyah«.



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